|
|
VLN-Langstreckenpokal: Volkssport auf der Nordschleife
Mittlerweile hat nur noch die Formel 1 eine längere Geschichte, ansonsten gibt es keine Rennserie, die über einen Zeitraum von fast 30 Jahren eine vergleichbare Erfolgsbilanz aufweisen kann. Das, was einst als Zusammenschluss von Motorsportveranstaltern ins Leben gerufen wurde, erfreut sich heute einer ständig wachsenden Beliebtheit und zunehmendem Medieninteresse. VLN heißt das Kürzel, das in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen die Nordschleife zum Leben erweckt. Die Abkürzung steht für "Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring". In ihr waren anfangs neun, heute elf Motorsportclubs zusammengeschlossen, die gemeinsam Langstreckenrennen als Breitensport auf der Nordschleife durchführen.
Im Durchschnitt finden dort zehn Rennen pro Jahr statt, jeweils am Samstag ausgetragen mit einer Dauer von bis zu sechs Stunden. Fast 200 Tourenwagen aller Klassen gehen an den Start und die Anzahl der möglichen Punkte, die in einem Rennen gewonnen werden können, richtet sich nach der Anzahl der Starter in der jeweiligen Klasse. Je höher die Anzahl der Starter in einer Klasse ist, um so mehr Punkte gibt es für den Sieger und die Platzierten.
Für alle zehn Rennen gilt: Eine Runde ist 24,433 Kilometer lang und besteht aus der Nürburgring-Nordschleife und der Sprintstrecke des Grand-Prix-Kurses. Die Geschichte dieser Serie reicht bis in das Jahr 1977 zurück, als das erste Rennen durchgeführt wurde. Im Reglement hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Durch das Balance of Power System sind jetzt vor allem die Autos aus der SP9, die GT 3 Autos, die Fahrzeuge mit den besten Siegchancen. Nicht ohne Grund setzt auch Nordschleifenfuchs Olaf Manthey seine Toppiloten in ein neues GT3 Fahrzeug aus dem Hause Porsche.
Diese SP 9 Klasse erfreut sich quantitativ und qualitativ enormer Beliebtheit. Asse wie Hans Joachim Stuck oder Chris Mamerow sind in dieser Klasse ebenso zu finden wie Autos vom Schlage eines Audi R 8 LMS, Porsche 911 GT3, oder die Viper GT3. Etwas ins Hintertreffen sind die Privatiers in der SP 8 und SP 7 geraten. Durch die neuen Gewichte und Restrictorengrößen müsste ein erheblicher Entwicklungsaufwand betrieben werden, um diese Fahrzeuge wieder siegfähig zu machen. Geld, über das gerade private Motorsportbetreiber nicht verfügen. Einige der Klangvollen Namen der VLN- Geschichte wie Alzen oder Scheid Motorsport sind deshalb momentan nicht in den VLN-Starterlisten zu finden. Permanent volles Haus vermeldet die Klasse SP3, hier sind auch einige der Topfavoriten auf den Meistertitel zu finden.
Auch die Serienwagenklassen und die Cupklassen erfreuen sich großer Beliebtheit, so dass letztendlich 180- 200 Autos bei jedem Rennen starten. Diese Mischung macht diese Rennserie auch für die Zuschauer so attraktiv, denn neben den großen Boliden ist auch oftmals der eigene Fahrzeugtyp im Renntempo zu bewundern und sorgt für eine hohe Identifikation mit der Serie. Die tolle Strecke, die leider durch den monströsen Zaunbau an ihrer Attraktivität etwas verloren hat und der freie Eintritt an der Nordschleife sind weitere Pluspunkte der VLN. Wer einmal im Vorfeld eines Rennens das Fahrerlager besucht hat, wird noch lange davon schwärmen: keine Stellwände, offene Boxen, Fahrer und Mechaniker, die für Fragen, Autogramme und Fotos zur Verfügung stehen. Die VLN ist volksnah, Motorsport, so wie man ihn sich wünscht!
|
© 2008-2012 www.Rennfuchs.com -